Aktuelle Situation

"Bundesweit ist der Anteil an Praxen, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und Ambulanzen mit barrierefreiem Zugang (...) sowie behindertengerechtem Mobiliar und sanitären Einrichtungen nicht ausreichend. Dieser Umstand schränkt nicht nur die freie Arztwahl von Menschen mit Behinderungen stark ein. Das Fehlen von behindertengerechtem Mobiliar (...) erschwert zudem die medizinische Diagnostik und Behandlung. Damit ist Gesundheitsversorgung für viele Menschen mit Behinderung in derselben Bandbreite wie für andere Menschen nicht gewährleistet (...)."
Auszug aus dem Beschlussprotokoll des 112. Deutschen Ärztetages vom 19.-22.05.2009 in Mainz

Von flächendeckender barrierefreier medizinischer Versorgung ist Deutschland noch immer weit entfernt. Laut Erhebungen der Stiftung Gesundheit hat nur rund ein Drittel aller Arztpraxen in Deutschland überhaupt Vorkehrungen der Barrierefreiheit implementiert. Oft wird dabei jedoch nur ein Aspekt der Barrierefreiheit geboten, zum Beispiel durch das Vorhandensein eines Fahrstuhls. Rund zwei Drittel, also 152.000 niedergelassene Ärzte, haben erklärtermaßen keinerlei entsprechende Vorkehrungen der Barrierefreiheit in ihren Praxisräumen bzw. haben keine Rückmeldung gegeben.

  • Erschwerter
  • Bedienelemente im Aufzug mit Blindenschrift-Markierungen
  • Zugang nicht möglich: Rollstuhlfahrer vor einer Treppe
Nur ein Drittel der Arztpraxen in Deutschland verfügt über wenigstens minimale Komponenten der Barrierefreiheit. Der Nachholbedarf ist groß.

Barrierefreiheit bereits in der Planungsphase berücksichtigen

Wie lässt sich also dieser Unterversorgung an barrierefreien Arztpraxen am besten begegnen? Jährlich werden in Deutschland ca. 10.000 neue Arztpraxen eröffnet und 8.000 Praxen verlegt. Tausende Ärzte unterziehen ihrer Arztpraxis Umbaumaßnahmen. In der damit verbundenen Planungsphase treffen Praxisinhaber viele fundamentale Entscheidungen, die unter anderem auch die bauliche Barrierefreiheit betreffen: neues Mobiliar, Gestaltung der Zugangsmöglichkeiten, Beleuchtung der Praxis, Beschilderung und vieles mehr. An dieser Stelle setzt das Praxis-Tool Barrierefreiheit an. Denn in der Planungsphase kann der Praxisinhaber wirtschaftlicher als zu jedem anderen Zeitpunkt die Barrierefreiheit seiner Arztpraxis verbessern. Die aus dem Praxis-Tool Barrierefreiheit ermittelten Lösungsmöglichkeiten und Hilfestellungen bilden eine gute Grundlage für das spätere Gespräch mit einem Architekten und Fachplaner. Das webbasierte Experten-Informationssystem Praxis-Tool Barrierefreiheit unterstützt Praxisinhaber und alle, die an Planung, Gestaltung und Einkauf mitwirken, individuell und kostenlos, um ein erstes Anforderungsprofil bei der Gestaltung ihrer Praxis zu erhalten. Dabei werden die individuellen Voraussetzungen und Anforderungen jedes einzelnen Nutzers berücksichtigt.

Barrierefreiheit in der hausärztlichen Versorgung

Die folgende Karte zeigt die Situation der Barrierefreiheit in der hausärztlichen Versorgung.

Karte der Barrierefreiheit in der hausärztlichen Versorgung