Farbgestaltung in der Arztpraxis

Wie Arztpraxen durch Farbkonzepte Wohlfühlatmosphäre und Barrierefreiheit gewinnen.

Gute Gestaltung lohnt sich. Nicht nur der funktionale Aspekt zählt, auch der ästhetische. Die Raumatmosphäre kann individuell und bewusst geprägt werden. Entscheidend ist das Gestaltungsziel im Vorfeld zu definieren. Ein Farbkonzept sollte zur Philosophie der Praxis passen. Farbe, Material und Einrichtung verraten nämlich viel über Einstellung, Interesse und Fachrichtung des Mediziners. Räume sind seine Visitenkarte – für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Mehrere gute Gründe sprechen dafür, bei der Modernisierung oder Neukonzeption der Praxis genauso gewissenhaft die Farbgebung zu planen wie die Inneneinrichtung. Fühlt sich der Patient schon beim Eintreten willkommen und wertgeschätzt, dann ist das Meiste schon gewonnen. Eine angenehme Atmosphäre fördert das Vertrauen und verringert Angst. Auch das Personal freut sich über ein stimmiges Ambiente und Vorgesetzte, die sich Gedanken über die Arbeitsplatzgestaltung machen.

Um Praxisräume aufzuwerten, genügen manchmal schon kleine Veränderungen mit wenigen Akzenttönen. Flure, Sprechzimmer, Warte- und Behandlungsräume gelten als unterschiedliche Funktionsbereiche, die sich farblich voneinander unterscheiden sollten. Dies hilft dem Patient, sich innerhalb der Praxis besser zurechtzufinden. Farbige Akzente bleiben im Gedächtnis haften. Deshalb fällt die Orientierung leichter, wenn Räume sich farblich differenzieren. Gleichzeitig lassen sich mit Farbe interessante Perspektiven schaffen, die eine einprägsame, besondere Stimmung schaffen. Dies ist gerade im Empfangsbereich von Bedeutung, hier können kräftige Akzente zum Einsatz kommen. Im Wartebereich sollte eine beruhigende Atmosphäre gewährleistet werden, die aber gleichzeitig dem Auge auch farbliche Anreize bietet. Im Sprechzimmer empfiehlt sich eine dezente Farbstimmung, damit nichts vom konzentrierten Arztgespräch ablenkt.

Ganz gleich welcher Praxisraum gestaltet wird, ein Aspekt sollte in allen Räumen berücksichtigt werden: die visuelle Barrierefreiheit. Ältere und sehbehinderte Patienten fühlen und bewegen sich sicherer, wenn sie Raumdimensionen und eventuelle Hindernisse leicht erfassen. Daher ist auf ausreichende Kontraste zu achten. Übergänge zwischen Boden und Wand sollten klar unterscheidbar sein. Auch Stützen oder Möbel sollten sich klar vom Umfeld absetzen. Der als barrierefrei geltende Mindestkontrast zwischen zwei Farbnuancen lässt sich anhand der Hellbezugswerte im Farbtonblock des Caparol 3D-Systems definieren.

Weil die Gestaltung von Praxisräumen eine komplexe und zeitintensive Aufgabe ist, macht eine professionelle Beratung Sinn. Selbstverständlich sollten alle Innenfarben geruchs-, emissions-, lösemittelfrei und strapazierfähig sein. Besonders zu empfehlen sind matte Wandfarben, wie Premium Clean oder Premium Color, die auch bei erhöhten mechanischen Beanspruchungen und Hygienebedingungen eingesetzt werden können.

Bei der Praxisrenovierung sind viele Entscheidungen zu fällen. So ist zu klären, ob eine nüchtern-funktionale, harmonisch-wohnliche oder elegant-hochwertige Ausstrahlung angestrebt werden soll. Der Arzt muss sich Gedanken machen, welche Atmosphäre und Farbgebung zu seiner medizinischen Fachrichtung und seinem Patientenkreis passt. Ein Strahlentherapeut zum Beispiel entschied sich für ein „strahlendes“, stimmungsaufhellendes Gelb im Empfangsbereich. Damit wollte er überraschen und seine Patienten für einen Moment von ihren gesundheitlichen Sorgen ablenken. Dagegen wählte ein Dermatologe für seine Praxisräume zarte, pastellige Wandfarben, die eine Assoziation zu dem empfindlichen, sensiblen Organ Haut herstellen.