Warum Barrierefreiheit?

Der Bedarf an barrierefreier medizinischer Versorgung ist groß – und wächst. Nach dem aktuellen Teilhabebericht der Bundesregierung gibt es in der Bundesrepublik Deutschland 9,6 Millionen Menschen mit einer anerkannten Behinderung und ca. 17 Millionen Menschen mit einer Beeinträchtigung.
Ein wesentlicher Anteil der Bevölkerung ist darüber hinaus temporär in seiner Mobilität eingeschränkt. Dazu zählen zum Beispiel Patienten mit Bein- und Fußverletzungen. Aber auch Eltern mit Kinderwagen und vor allem ältere Menschen profitieren von Vorkehrungen der Barrierefreiheit in der Medizin. Gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel wird die Gruppe der Personen, die besonders im medizinischen Bereich auf einen barrierefreien Zugang angewiesen sind, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiter wachsen.

Trotz des hohen Bedarfs ist der Zugang zu barrierefreier Medizin in Deutschland keineswegs optimal. Laut einer Untersuchung der Stiftung Gesundheit hat jeder siebte Deutsche keine barrierefreie Hausarztpraxis in Wohnortnähe. Nur etwa ein Drittel aller Ärzte hat bisher Vorkehrungen der Barrierefreiheit bei der Praxisplanung berücksichtigt.

Dabei gehören Barrierefreiheit und Medizin von Natur aus zusammen: Arztpraxen sind eine zentrale Anlaufstelle für Menschen mit motorischen und sensorischen Einschränkungen. Sie sollten sich somit den Anforderungen dieser Menschen öffnen, nicht nur vor dem Hintergrund persönlicher Überzeugungen, sondern auch in Hinblick auf den Wettbewerb: Arztpraxen mit Vorkehrungen der Barrierefreiheit haben in einer immer älter werdenden Gesellschaft einen entscheidenden Vorteil.