Häufige Fragen

1. Was ist das Praxis-Tool Barrierefreiheit?

Das Praxis-Tool Barrierefreiheit bietet Ärzten und allen anderen Heilberuflern, die sich niederlassen, ihre Praxis umbauen oder renovieren möchten eine Vorstellung von Barrierefreiheit in der Arztpraxis. Ziel ist es, Entscheidungen zugunsten der baulichen Barrierefreiheit zu erleichtern und wertvolle, auf den Praxisinhaber zugeschnittene Hilfestellungen zu geben. Informationen zu Architekten und Fachplanern, Handwerkern, Dienstleistern, sowie Fördermöglichkeiten werden so für den Arzt leicht zugänglich gemacht. Planende und gestaltende Gewerke und Dienstleister sollen darum ebenfalls mit diesem Projekt angesprochen werden.

2. Woher kam die Idee für das Praxis-Tool Barrierefreiheit?

Zu Anfang stand das Projekt Barrierefreie Praxis: Patienten machten die Stiftung Gesundheit immer wieder in Briefen, E-Mails und Anrufen darauf aufmerksam, dass es flächendeckend keine Möglichkeit gab, sich an neutraler Stelle zu erkundigen, welcher Arzt spezielle Vorkehrungen der Barrierefreiheit in seiner Praxis bietet. Daher hat die Stiftung Gesundheit im Jahr 2010 bundesweit alle niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und Psychologischen Psychotherapeuten angeschrieben und mit Informationen zu den verschiedenen Aspekten der Barrierefreiheit versorgt. Auf Basis dieser Informationen wurden alle 220.000 an der ambulanten Versorgung in Deutschland teilnehmenden Ärzte befragt, ob und welche Vorkehrungen und Einrichtungen der Barrierefreiheit in ihren Praxen jeweils konkret vorliegen. Das Ergebnis der Befragung zeigte, dass rund 68.000 Arztpraxen eine oder mehrere Komponenten der Barrierefreiheit anbieten. Viele zehntausend Ärzte wiesen darauf hin, dass in ihrer Praxis keine Vorkehrungen der Barrierefreiheit vorhanden sind. Auch dies ist eine wichtige Information. Die Abfrage wird in regelmäßigen Abständen wiederholt.

Bei der Abfrage der Barrierefreiheit rückt ein Aspekt immer wieder in den Vordergrund: Bauliche Beschränkungen und die Kosten eines entsprechenden Ausbaus stellen die größte Hürde dar. Menschen mit Behinderungen oder temporären Einschränkungen sowie der wachsende Anteil an älteren und gebrechlichen Menschen können die Angebote der medizinischen Versorgung nur dann wahrnehmen, wenn sie von einem Pfleger oder Angehörigen begleitet werden. Folglich werden Ressourcen im Sinne der Gesundheitsökonomie nicht optimal verwendet.

Das Praxis-Tool Barrierefreiheit setzt ganz am Anfang des Praxisplanungsprozesses an: Pro Jahr gibt es ca. 10.000 Niederlassungen, 8.000 Praxisverlegungen sowie zahlreiche Renovierungen. Zum Zeitpunkt der Praxisplanung müssen viele Entscheidungen über Zugangsmöglichkeiten, Beleuchtung, Ausstattung etc. getroffen werden, deren Auswirkungen von Dauer sind. Sie sollten daher frühzeitig auf Architekten und Fachplaner zurückgreifen, die Sie dabei unterstützen. Dadurch, dass das Praxis-Tool Barrierefreiheit Hilfestellung und eine erste Orientierung bei der Praxisplanung gibt, können Ärzte hierüber von Beginn an ihre Vorstellungen zur Barrierefreiheit präzisieren. Die barrierefreie medizinische Versorgung sowie die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung werden im Ergebnis dadurch verbessert und es entsteht ein Mehrwert für die Patienten dieser Praxis.

3. Wie funktioniert das Praxis-Tool Barrierefreiheit?

Das Praxis-Tool Barrierefreiheit ermittelt in einer Fragesequenz die individuellen Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Ziele des Praxisinhabers beziehungsweise des jeweiligen Systemnutzers. Bei jedem Schritt wird die Komplexität reduziert, indem alle nicht relevanten Aspekte im weiteren Verlauf entfallen. Ein Zahnmediziner muss beispielsweise keinerlei Aspekte prüfen, die nur für Orthopäden relevant sind. Ist der Nutzer Eigentümer einer Immobilie, so entfallen alle Fragen und Informationen zu einem Mietverhältnis. Zusätzlich liefert das Praxis-Tool Barrierefreiheit auch Basis-Informationen zur Barrierefreiheit. In einem individuellen Praxisleitfaden Barrierefreiheit (IPB) erhält der Nutzer auf seine Situation zugeschnittene Informationen zu möglichen Fördermitteln, Ansprechpartnern und Dienstleistern. Diese individuelle Empfehlung dient als erste Orientierung für den Nutzer und führt ihn durch den gesamten Prozess der Praxisgestaltung.

4. Was sind die Ziele des Praxis-Tools Barrierefreiheit?

  • Verbesserung der Teilhabe und Inklusion speziell in der ambulanten ärztlichen Versorgung.
  • Erleichterung der Entscheidungen zugunsten von Vorkehrungen der Barrierefreiheit: Da bereits frühzeitig Richtungsentscheidungen getroffen werden, werden die Kosten für Aspekte der Barrierefreiheit minimalisiert bzw. neutralisiert.
  • Ermittlung von qualifizierten Beratern und Beratungsleistungen.
  • Einfache Identifizierung von Lieferanten und Dienstleistern.
  • Gezielte Zusammenführung qualifizierter Architekten und Planer sowie bauausführender Firmen mit den Interessenten.
  • Dauerhafte Nutzbarkeit des Projekts durch die Entwicklung und Umsetzung eines Geschäftsmodells im Sinne des sozialen Unternehmertums.
  • Überwindung der Barrieren zur Barrierefreiheit.

5. Wer steckt hinter dem Projekt Praxis-Tool Barrierefreiheit?

Das Projekt Praxis-Tool Barrierefreiheit wird gemeinsam von der Stiftung Gesundheit Fördergemeinschaft, der Stiftung Gesundheit sowie dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales getragen. Die operative Durchführung des Projektes liegt bei der Stiftung Gesundheit Fördergemeinschaft. In der Initialisierungsphase (bis Ende 2014) fördert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales das Projekt.

6. Was kostet die Nutzung des Praxis-Tools Barrierefreiheit?

Die Nutzung des Praxis-Tools Barrierefreiheit ist kostenlos.

7. Wie wird das Projekt finanziert?

Das Projekt wird in der Initialisierungsphase (bis Ende 2014) gemeinsam vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Stiftung Gesundheit Fördergemeinschaft e.V. getragen. Das Projekt wird nach der Initialisierungsphase wirtschaftlich selbsttragend sein. Dies wird über das Konzept der Public Private Partnership erfolgen: Es werden Projektpartnerschaften mit Akteuren aus der Wirtschaft vereinbart, die den Betrieb des Praxis-Tools Barrierefreiheit unterstützen und somit langfristig ermöglichen.

8. Was ist die Aufgabe des Beirats?

Der Beirat berät die Projektträger in den wesentlichen, das Projekt betreffenden Fragen. Dazu wird der Beirat jeweils über den aktuellen Stand des Projektes informiert. Durch den Beirat sollen Knowhow, Empfehlungen, Kritik und Feedback von möglichst vielen Seiten das Projekt erreichen.

9. Wer sind die Mitglieder des Beirats?

Im Beirat sind folgende Institutionen und Organisationen vertreten:

  • Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  • Bundesministerium für Gesundheit
  • Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
  • Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V.
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung
  • GKV Spitzenverband
  • Zentralverband Deutsche Baugewerbe
  • Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit e.V.
  • BAG Selbsthilfe e.V.
  • AOK Bundesverband

10. Was ist die Aufgabe des Expertenrats?

Der Expertenrat ist neben dem Projekt-Beirat das zweite beratende Gremium. Er führt ausgesuchte Kompetenzträger aus der ärztlichen Praxis, den Verbänden, der Politik, der Industrie und der Wirtschaft zusammen. Damit wird das Knowhow aus allen relevanten Quellen bereits während der Ausgestaltungsphase in das Projekt einfließen. Mitglieder des Expertenrates erhalten vorab Informationen zu aktuellen Entwicklungen im Projekt und beteiligen sich aktiv mit ihren Ideen.

11. Wer sind die Mitglieder des Expertenrats?

Im Expertenrat sind folgende Institutionen und Organisationen vertreten:

  • Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
  • Frau Ute Kumpf, MdB
  • Frau Maria Michalk, MdB
  • Herr Markus Kurth, MdB
  • Frau Gabriele Molitor, MdB
  • Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen u. Senioren Baden Württemberg
  • Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt
  • Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Saarland
  • ABiD Sachen e.V.
  • Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinder e.V.
  • Deutscher Gehörlosen-Bund e.V.
  • Deutscher Schwerhörigen Bund e.V.
  • Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade
  • GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.
  • Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL)
  • Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV)
  • Architektur und Farbgestaltung Monika Holfeld
  • Armstrong DLW GmbH
  • Concepts for Communication - Nachhaltiges Wirtschaften hat eine Zukunft
  • Derungs Licht AG
  • DORMA GmbH & Co. KG
  • feddersenarchitekten
  • Herbert Waldmann GmbH & Co. KG
  • ö.b.u.v. Sachverständiger für barrierefreies Planen und Bauen
  • P.E.G. Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft eG
  • Paul Hartmann AG
  • Philips Deutschland GmbH
  • Rhein-Main-Verkehrsverbund Servicegesellschaft mbH
  • STEINEL Vertrieb GmbH
  • Universal design GmbH
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen Rüdiger Darmer
  • www.barrierefrei.de
  • www.nullbarriere.de
  • Tellur Gesellschaft für Telekommunikation mbH
  • PRIMUS developments GmbH
  • eQ-3 AG
  • Thyssen Krupp Encasa GmbH
  • Paravan GmbH
  • Neumann Consult
  • HEWI Heinrich Wilke GmbH
  • Handwerkskammer Chemnitz
  • Nickl & Partner Architekten
  • Abteilung IBL – Institut für Barrierefreiheit und Leitsystemplanung
  • universalRAUM GmbH
  • Hansa Metallwerke AG

12. Wie kann ich am Praxis-Tool Barrierefreiheit mitwirken?

Bei Interesse an Mitwirkung und Mitarbeit im Projekt Praxis-Tool Barrierefreiheit kontaktieren Sie uns bitte einfach. Wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihre Ideen.

13. Wo kann ich mehr über die Arbeit der Stiftung Gesundheit erfahren?

Einen Überblick über die Tätigkeitsfelder der Stiftung Gesundheit finden Sie in unserem Tätigkeitsbericht. Auf 60 Seiten informiert er, beispielsweise über die Arzt-Auskunft, über die Projekte zur Barrierefreiheit und auch über die Studienreihen:

http://www.stiftung-gesundheit.de/pdf/taetigkeitsbericht-stiftung-gesundheit.pdf

Der Blog der Stiftung Gesundheit informiert Sie zudem über die aktuelle Arbeit der Stiftung Gesundheit und gewährt einen Blick hinter die Kulissen (www.stiftung-gesundheit-blog.de). Zusätzlich berichtet die Stiftung Gesundheit in ihrem Newsletter, dem Stiftungsbrief, vierteljährlich über ihre Arbeit und weitere interessante Themen. Im Archiv des Stiftungsbriefes können Sie die gesamte Geschichte der Stiftung über die Jahre lückenlos verfolgen:

http://www.stiftung-gesundheit.de/stiftungsbrief/stiftungsbrief.htm

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie diese über unser Kontaktformular senden.